Veranstaltungsdaten
Die große Reihe #1 - Tempo, Tempo!
Einführung ins Programm um 18:30 Uhr
Der Einzelkartenvorverkauf beginnt am 1. Juli.
E. STRAUSS
Bahn frei!
KILAR
Orawa
MOZART
Klavierkonzert G-Dur KV 453
J. STRAUSS
Accelerationen
HAYDN
Sinfonie Nr. 97
- Nareh Arghamanyan Klavier
- Stuttgarter Philharmoniker
- Dirigent Killian Farrell
„Bahn frei“! Wie könnte man unsere Große Reihe besser einleiten? Der jüngste der drei Strauß-Brüder Eduard trat aus ihrem Schatten, als er die Leitung der Familien-Kapelle über drei Jahrzehnte innehatte. Seinen Galopp „Bahn frei!“ dirigierte er zum ersten Mal 1869 für den Ball der Arbeiter und Angestellten der „K.k. Kaiser Ferdinands-Nordbahn“.
Nachdem Wojciech Kilar seine frühe Musik zunächst an Moderne und Avantgarde geschult hatte, schuf er Stücke, die seine Liebe zu Kultur und Menschen im Süden seines Heimatlandes Polen zum Ausdruck bringen: In „Orawa“ (1988) verbinden sich Muster aus Folkloremelodien zu grandiosen Steigerungen von soghafter Wirkung.
Für seine Schülerin Barbara Ployer, eine begabte Pianistin, schrieb Mozart das Klavierkonzert KV 453. Er sandte die Handschrift zur Ansicht an seinen Vater und bat, „daß sie kein Mensch in die hände bekömmt“. Man habe dafür eine hohe Summe geboten, „ich finde aber daß es mir mehr Nutzen schafft wenn ich sie noch ein paar Jährchen bey mir behalte“. Das Konzert sei „übrigens ganz mit Blasinstrumenten obligiert“: Ihre Rolle im Orchester ist so gestaltet, dass man keinesfalls (wie bei einigen anderen von Mozarts Klavierkonzerten) auf sie verzichten kann.
Auch dieser Name ist Programm: Der Walzer „Accelerationen“ (Beschleunigungen) von Johann Strauß (Junior), wurde 1860 beim Faschingsball der Technik- bzw. Ingenieurstudenten der Wiener Universität uraufgeführt.
„Presto assai“ (sehr schnell) ist der letzte Satz von Joseph Haydns Sinfonie Nr. 97 (1792 in London komponiert) bezeichnet. Ist das selbst für den flinken Klassiker ungewöhnliche Tempo ein Ausdruck von eigenem Stress? Das Werk enthält ein Solo für den ersten Geiger des Londoner Orchesters, Johann Peter Salomon, der zugleich Veranstalter und Finanzier von Haydns Reise war und zunehmend unter den Druck der Konkurrenz geriet: „Um den armen Salomon zu unterstützen mus ich das sacrifice seyn und stets arbeithen, ich fühle es aber auch in der that, meine Augen leyden am meisten, und habe viele schlaflose nächte.“




