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Die Große Reihe// Rückschau Saison 2013/14

Die Neun ist eine besondere Zahl: Ein Mythos.

Die Zahl Neun ist etwas Besonderes – ganz objektiv: Wenn man sie mit den Zahlen eins bis neun multipliziert, ergibt die Quersumme des jeweiligen Ergebnisses immer wieder Neun. Zum Beispiel: Neun mal Neun (neun Konzerte in der Großen Reihe der Stuttgarter Philharmoniker mit neunten Sinfonien) ergibt 81 – acht plus eins ergibt wiederum neun. Und so weiter.

Vollends verlieren kann man sich bei dem Versuch, der Besonderheit der Neun über dieses Zahlenspiel hinaus nachzuspüren. Im Umland des zahlensymbolischen „Mythos Neun“ begegnet man unter anderem den Krimtataren, die neun Herrschaftsinsignien, neun Formen der Ehrerbietung und neun große Städte zu bieten hatten. Oder den Chinesen, die gerne an einem Neunten auf die Reise gehen (aber notabene: Auf Taiwan galt die Neun lange als Unglückszahl). Und in Burma alias Myanmar ließ die zahlengläubige Diktatorenfamilie gar eine neue Währung einführen, die nicht mehr auf dem Dezimalsystem beruhte, sondern Scheine mit Werten wie 45 und 90 enthielt, um dem Land (oder eben seinen Herrschern) Glück zu bringen.

Auch der Komponist Arnold Schönberg war zahlengläubig und starb ausgerechnet am Freitag, dem 13. Juli 1951. Schönberg war es auch, der 1912 in einem Vortrag über Gustav Mahler dem „Mythos Neun“ jenen raunenden Unterton verlieh, der uns einfach nicht aus dem Kopf gehen will: „Es scheint, die Neunte ist eine Grenze. Wer darüber hinaus will, muss fort. Es sieht aus, als ob uns in der Zehnten etwas gesagt werden könne, was wir noch nicht wissen sollen, wofür wir noch nicht reif sind. Die eine Neunte geschrieben haben, standen dem Jenseits zu nahe. Vielleicht wären die Rätsel dieser Welt gelöst, wenn einer von denen, die sie wissen, die Zehnte schriebe. Und das soll wohl nicht so sein.“

Die Stuttgarter Philharmoniker machen sich auf die Reise zum Kern dieses Mythos, mal ganz geradlinig (zu Beethovens Neunter), mal heikle Fragen aufwerfend (ist Schuberts Neunte überhaupt eine Neunte?), aber immer mit Erkenntnisgewinn: Endlich kann man entscheiden, welche Haydns Schönere ist – wirklich die Neunte oder doch die Neunundneunzigste. Die Aufstiege zu den  Gipfeln der Sinfonik erfolgen mit einem Lächeln im Knopfloch der philharmonischen Fräcke. Die Rätsel der Welt werden vielleicht nicht gelöst, aber dass die Neun eine besondere Zahl ist – das zumindest steht außer Zweifel.

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https://www.stuttgarter-philharmoniker.de/866 | Ausdruck vom: 10.12.2019 21:10

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