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  • Sergei Nakariakov
  • Jan Willem de VriendJan Willem de Vriend
Veranstaltungsdaten

Die Große Reihe – Mensch und Maschine

Einführung ins Programm um 18 Uhr

A 02.05.22 / V 10.05.22

RAMEAU
Suite aus Les Boréades

WIDMANN
Ad absurdum – Konzertstück für Trompete und Orchester

MOZART
Hornkonzert (für Flügelhorn)

MOZART
Sinfonie D-Dur KV 297 Pariser Sinfonie

Chaos, Leer-Lauf, Befreiung

Joseph Haydns (1732-1809) Instrumentaleinleitung zu seinem späten Oratorium „Die Schöpfung“ soll den Zustand vor der Schöpfung darstellen und ist mit den Worten „Die Vorstellung des Chaos“ überschrieben.
„Ein Soloinstrument prallt auf ein klein besetztes Orchester, auf engem Raum werden in heiterem Tonfall die Protagonisten in immer ausweglosere Situationen ad absurdum geführter Virtuosität gehetzt. Was in meiner sehr frühen ‚Kreisleriana‘ für Violine und Orchester noch als Spiel kontrastierender Teile begann, ist in ‚ad absurdum‘ zu einem einzigen Gestus, einem ununterbrochenen Sechzehntel-Puls kondensiert worden.
Das Stück beginnt bereits an einem Endpunkt: Das Tempo ist so hoch, dass es unmöglich gesteigert werden kann; was mich daran interessiert, ist der Punkt, an dem die herkömmliche Virtuosität umschlägt in eine akustische Grauzone, in der schnell aufeinander folgende Punkte bereits als Fläche wahrgenommen werden. Eigentlich negativ besetzte Phänomene wie ‚Leer-Laufen‘, ‚Sich-Totlaufen‘ sollen hier auf ein womöglich neues Potenzial untersucht werden.
Der Trompetenpart, eigens für Sergei Nakariakov geschrieben, ist zwar (ähnlich dem Orchesterpart) fast bis zur Unspielbarkeit virtuos, bietet aber im Wortsinne bewusst keine Entwicklungsmöglichkeiten. Der Trompeter als Spielmacher, der die Höchstgeschwindigkeit gleich zu Beginn spielerisch exponiert, selbst jedoch in der Bewegung seltsam starr um sich selbst kreist, letztlich in der eigenen Virtuosität gefangen bleibt, daran erstickt.
Virtuosität also nicht mehr als romantische Vorstellung einer Loslösung von der Schwerkraft, einer Befreiung von Fesseln, sondern als Fesselung manisches Kreisen in einem selbstgebauten Käfig – ad absurdum.“ (Jörg Widmann, 2005)
Mozart (1756-1791) hat sein Hornkonzert KV 495 in vier verschiedenen Farben aufgeschrieben. Die Musikwissenschaft rätselt, ob er damit seinen Hornistenfreund Joseph Leutgeb verwirren wollte oder einen raffinierten Farbcode erprobte.

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https://www.stuttgarter-philharmoniker.de/3389 | Ausdruck vom: 19.09.2021 19:23

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