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  • Simon Trpčeski
  • Conrad van Alpen (Foto: Marco Borggreve)Conrad van Alpen (Foto: Marco Borggreve)
Veranstaltungsdaten

Die Große Reihe – Mensch und Maschine

Einführung ins Programm um 18 Uhr

A 02.11.21 / V 10.11.21

PROKOFJEW
Suite aus Der stählerne Schritt

RACHMANINOFF
Paganini-Rhapsodie

TSCHAIKOWSKY
Der Nussknacker, 2. Akt

Fabrik und Werkzeug

Seit 1920 lebt Sergej Prokofjew (1891-1953) in Paris. Der berühmte Kulturmanager Sergej Diaghilew, Chef der Pariser „Balletts russes“, meldet sich und bestellt eine Komposition für ein neues Ballett. „Ich glaubte meinen Ohren nicht zu trauen,“ berichtet Prokofjew später, „es sollte ein Ballett sein aus dem Reich der Industrie mit einem Gewirr von Hämmern, mit sich drehenden Schwungrädern und mit dem Aufleuchten von Signalen.“ Die Pariser freuen sich an dem neuen Stück und finden die Fahnen und Arbeiter auf der Bühne anziehend exotisch. Die Kritiker loben „Le Pas d’acier“ (Der stählerne Schritt) und Prokofjews leicht verständliche Musik dazu. Nach seiner Rückkehr in die Sowjetunion in den 30-er Jahren wird ein Parteifunktionär ihn fragen, ob die Ballettsuite eine kapitalistische oder eine sozialistische Fabrik darstelle.
Kraft, Geschwindigkeit, Genauigkeit und die Fertigung großer Mengen von identischen Produkten sind Vorteile, die man der klassischen Maschinenproduktion nachsagt. Kraft, Geschwindigkeit und Genauigkeit sind auch Fähigkeiten, die einen erfolgreichen Klaviervirtuosen auszeichnen. Um identische Produkte geht es eher nicht, auch nicht bei der Paganini-Rhapsodie von Sergej Rachmaninoff. Immerhin: Es handelt sich um Variationen, also um immer wieder neue Bearbeitungen derselben Vorlage, einer berühmten Melodie Paganinis.
Keine Maschine, aber ein Werkzeug, dessen Nutzen auf dem Hebelgesetz beruht, ist der Nussknacker. In eine entsprechende Form gebracht und bemalt entsteht daraus die hübsche Holzpuppe, die seit langer Zeit zum Inventar des Advents- und Weihnachtsschmucks gehört. Den Dichterkomponisten Ernst Theodor Amadeus Hoffmann (1776-1822 - wir werden ihm in dieser Saison noch einmal begegnen) faszinierte das Verhältnis von Natur und Kunst. Er erzählt von magischen Verwandlungen und Übergängen zwischen beiden, zum Beispiel in seinem Märchen „Nussknacker und Mäusekönig“, wo ein Nussknacker sich in einen leibhaftigen Prinzen verwandelt … Alexandre Dumas‘ Bearbeitung der romantischen Geschichte war die Vorlage des Librettos zu Tschaikowskys Ballett „Der Nussknacker“, das seine Uraufführung 1892 in St. Petersburg erlebte.

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https://www.stuttgarter-philharmoniker.de/3383 | Ausdruck vom: 19.09.2021 18:48

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