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  • Christian Zacharias (Foto: Constanze Zacharias)Christian Zacharias (Foto: Constanze Zacharias)
Veranstaltungsdaten

Terzett – Brexit

Einführung ins Programm um 18 Uhr

A 01.03.22 / V 10.03.22

VAUGHAN WILLIAMS
Fantasia on a Theme by Thomas Tallis

BRITTEN
Les illuminations für Sopran und Streicher

BEETHOVEN
Variationen über God save the King

HAYDN
Sinfonie Nr. 45 Abschieds-Sinfonie

Brexit – nicht völlig ernst gemeint

Der englische Komponist Thomas Tallis (1505-1585) lebte während der Regierungszeit Königin Elisabeth I., einer kulturellen Blüte der englischen Renaissance. Ralph Vaughan Williams (1872-1958) interessierte sich schon als junger Mann für die Musik dieser Zeit. Tallis‘ Thema, über das Vaughan Williams 1910 fantasiert, ist eine Vertonung des für uns beziehungsreichen Psalmverses „Warum toben die Völker, warum machen die Nationen vergebliche Pläne?“
Die künstlerische Neugier Benjamin Brittens (1913-1976) richtete sich nicht nur auf die britische Kultur, sondern auch auf den europäischen Kontinent, insbesondere auf Frankreich, woher die zehn beinahe unübersetzbaren Gedichte Arthur Rimbauds (1854-1891) stammen, die er in „Les Illuminations“ verwendet. Rimbauds Lyrik und Brittens Vertonung sind von der Faszination der Städte erfüllt, die auf eine mystische und surreale Ebene gehoben wird: „Die Bacchantinnen aus der Vorstadt schluchzen, und der Mond brennt und heult. Venus tritt in die Höhlen der Schmiede und Einsiedler.“
Dass Ludwig van Beethoven (1770-1827) 1803 nicht nur die „Eroica“ schrieb, die ursprünglich „Sinfonia Bonaparte“ heißen sollte, sondern im selben Jahr auch Klaviervariationen über die Melodie der englischen Königshymne, belegt, dass er Sympathien für beide Seiten hegte (auch schottische Lieder bearbeitete er in großer Zahl) – sein Horizont war europäisch, könnte man sagen.
Bei so vielen musikalischen Verflechtungen der Europäer und Interesse aneinander ist der „Brexit“ auch kulturell ein beklagenswerter Vorgang. Christian Zacharias, Pianist, Dirigent und Urheber unseres Programms, fand für dessen Schluss das passende Orchesterwerk: Haydns 45. gehört nicht zu den zwölf Sinfonien, die er für London komponierte, aber sie ist eine besonders ausdrucksvolle, dramatisch und mit einem einzigartig inszenierten Schluss!

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https://www.stuttgarter-philharmoniker.de/3381 | Ausdruck vom: 19.09.2021 19:46

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