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  • Shlomo Mintz Foto: Chab Lathion
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Veranstaltungsdaten

Abo Sextett – Wahrheiten

Einführung ins Programm um 19 Uhr

Kartentelefon:
0711 - 216 88990

BRAHMS
Violinkonzert D-Dur

STRAUSS
Also sprach Zarathustra – Tondichtung frei nach Nietzsche

  • Shlomo Mintz Violine
  • Stuttgarter Philharmoniker
  • Dirigent Dan Ettinger

FLIEGENDE MELODIEN UND DER SPIESSERSCHRECK

Am Wörthersee in Kärnten sei es so schön, dass die Melodien nur so herumflögen und man sich hüten müsse, keine zu treten, schrieb Johannes Brahms einmal aus dem dortigen Sommerurlaub. Ein Jahr später, 1878, wieder am Wörthersee, machte er sich an sein einziges Violinkonzert, geschrieben für den Geigerfreund Joseph Joachim, mit dem er das Werk intensiv durcharbeitete. Joachim war zu dieser Zeit sicher der bekannteste und einflussreichste deutsche Geiger (auch Max Bruch und Antonín Dvořák haben für ihn Konzerte komponiert). Heute ist es für uns kaum vorstellbar, dass es andere große Violinvirtuosen gab, die mit diesem Konzert nichts anfangen konnten. Joachims polnischer Kollege Henryk Wieniawski bezeichnete Brahms‘ Werk als „unspielbar“, und auch der Spanier Pablo de Sarasate hielt nicht viel von dem Stück: Er wolle nicht mit der Geige in der Hand warten, bis die Oboe im langsamen Satz „die einzige Melodie des Konzertes“ gespielt habe.

"Unter welche Rubrik gehört eigentlich dieser ‚Zarathustra‘? Ich glaube beinahe, unter die ‚Symphonien‘“, äußerte Friedrich Nietzsche über sein vierbändiges Werk „Also sprach Zarathustra, Ein Buch für Alle und Keinen“, das 1883–1885 erstmals im Druck erschien. Die Hauptperson, ein fiktiver Denker, den der Autor mit dem altpersischen Religionsgründer Zarathustra gleichsetzt, stellt darin alle dogmatische Philosophie und Religion in Frage. Auch das Lehren selbst ist danach unmöglich, weil jeder die Inhalte der Lehren (wenn man so will: deren Wahrheit) aus seiner eigenen Sicht versteht. Richard Strauss war ein großer Bewunderer Nietzsches. Insbesondere dessen Religionskritik, Naturverehrung, Auflösung der traditionellen Moral und die Verachtung des bürgerlichen Spießertums zogen Strauss an. 1895 komponierte er seine große Tondichtung, die direkt auf Motive aus Nietzsches Werk anspielt.

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https://www.stuttgarter-philharmoniker.de/3663 | Ausdruck vom: 27.09.2022 07:47

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