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Veranstaltungsdaten
// Rückschau

Enthüllungen (8)

Mahler
TOTENFEIER
(Sinfonie Nr. 2 „Auferstehungssinfonie”, 1. Satz)

Wagner
PARSIFAL (2. Akt)

Mahler auf der Couch? Freud enthüllt die Psyche des Komponisten.

Lag Gustav Mahler wirklich auf der Couch bei Sigmund Freud? Nein. Aber Mahler konsultierte den Entdecker der Psychoanalyse tatsächlich im Jahre 1910, ein Jahr vor seinem Tod, im holländischen Städtchen Leiden, wo Freud mit seiner Familie Urlaub machte. Die Tatsache, dass seine 19 Jahre jüngere Frau Alma ihn mit dem jungen Architekten Walter Gropius betrog, hatte Mahler in eine tiefe Krise gestürzt. Sigmund Freud und Gustav Mahler unterhielten sich bei einem vierstündigen Spaziergang.

Freud stellte fest, dass Mahlers psychische Erkrankung auf die Kindheit zurückzuführen war, auf die stark prägende Rolle seiner Mutter. Diese war von ihrem Mann einmal so heftig geschlagen worden, dass sie einen dauernden Gehschaden davontrug. Der junge Gustav Mahler floh oft vor der häuslichen Gewalt ins Freie, wo er Militärkapellen und Volksmusik hörte. Schon damals verknüpfte sich für ihn das Schöne der Musik mit der Traurigkeit des Alltags.

Im Sommer 1883, dem Todesjahr Richard Wagners, pilgerte Gustav Mahler nach Bayreuth. Nach einer Aufführung des „Parsifal“ schrieb er seinem Freund Fritz Löhr: „Als ich, keines Wortes fähig, aus dem Festspielhaus hinaustrat, da wusste ich, dass mir das Größte, Schmerzlichste aufgegangen war und dass ich es unentweiht mit mir durch mein Leben tragen werde ...“. Kundry, die weibliche Hauptrolle in Wagners Bühnenweihfestspiel, die durch ihre weiblichen Reize die Männer verführt und in den Abgrund zieht, dürfte sie dem todkranken Mahler nicht als Schreckensbild seiner Gattin vorgekommen sein? Die Honorarnote Sigmund Freuds über 300 Kronen hat Mahler im Übrigen nie beglichen.

 

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