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Isabelle Faust // Violine // Rückschau Saison 2011/12

Isabelle Faust nimmt Musik aus einer Perspektive wahr, in der das immer neue Erleben und Entdecken im Mittelpunkt stehen. Bereits im Alter von elf Jahren gründet sie ein Streichquartett und macht dort die Erfahrung, dass Musik ein Prozess des Gebens und Nehmens ist, bei dem das Zuhören ebenso wichtig ist, wie das Einbringen der eigenen Persönlichkeit.

Als sich nach dem Gewinn des Leopold-Mozart-Wettbewerbs 1987 für die 15-Jährige die Solistenlaufbahn ankündigt, bleibt diese Prägung durch das Quartettspiel bestimmend: Mit Christoph Poppen sucht sich Isabelle Faust einen Lehrer, der als langjähriger Primarius des Cherubini-Quartetts die musikalischen Überzeugungen seiner Schülerin teilt und fördert. Ob es um Sonatenliteratur oder solistische Konzerte geht, immer sucht Isabelle Faust den Dialog und den musikalischen Ideenaustausch. Nach dem Gewinn des Paganini-Wettbewerbs 1993 geht Isabelle Faust nach Frankreich, lernt dort die Musik Faurés und Debussys schätzen, macht durch die ersten Aufnahmen mit Sonaten von Bartók, Szymanowski und Janacek von sich reden und lässt indes die Kernstücke des Violinrepertoires langsam heranreifen.

2003 präsentiert sie mit dem Dvorak-Konzert ihre erste Einspielung eines großen romantischen Orchesterwerks – ein Stück, das sie schon als 15-Jährige unter Yehudi Menuhin spielte und das seither einen festen Platz in ihrem Repertoire hat. 2007 legt sie ihre Version des Beethoven-Violinkonzerts vor, in dem sich auch die Auseinandersetzung mit der historischen Aufführungspraxis niederschlägt - nicht als Dogma, sondern als Anregung und Herausforderung, den Gehalt jeder Note immer wieder zu überprüfen und sie auf ihren Sinn hin zu verstehen.

Zur Dialogbereitschaft gehört für Isabelle Faust auch die Fähigkeit, mit jedem Partner zu einer gemeinsamen Sprache zu finden und ein Schumann-Konzert mit einem Ensemble wie dem Orchester des 18.Jahrhunderts ebenso überzeugend zu vermitteln wie mit einem großen Sinfonieorchester.

Gerade diese Offenheit, sich auf unterschiedlichste musikalische Handschriften einzulassen, hat Isabelle Faust auch zu einer begehrten Interpretin zeitgenössischer Violinliteratur werden lassen. Von Olivier Messiaen über Werner Egk bis zu Jörg Widmann reicht die Liste der Komponisten, deren Werke sie bislang zur Uraufführung brachte, leidenschaftlich setzt sie sich für die Musik von György Ligeti, Morton Feldman, Luigi Nono, Giacinto Scelsi oder für ein vergessenes Stück wie das Violinkonzert von André Jolivet ein. 2009 brachte sie ihr gewidmete Kompositionen von Thomas Larcher und Michael Jarrel zur Taufe.

Mit ihrem Duopartner, dem Pianisten Alexander Melnikov, beleuchtet sie in Einspielungen für harmonia mundi das kammermusikalische Repertoire von den verschiedensten Seiten. 2009 erschien ihre Aufnahme sämtlicher Beethoven-Sonaten, die für den „Grammy“ nominiert wurde und die u.a. mit dem „Gramophone Award 2010“ sowie dem „ECHO Klassik 2010“ ausgezeichnet wurde. Für ihre Einspielung der Partiten und Sonaten von J. S. Bach erhielt Isabelle Faust den „Diapason d’or de l’année 2010“.

Immer mehr Orchester und Dirigenten haben Isabelle Faust in den vergangenen Jahren schätzen gelernt: Claudio Abbado, Frans Brüggen, Charles Dutoit, Daniel Harding, Heinz Holliger, Mariss Jansons, James Levine, die Berliner Philharmoniker, die Münchner Philharmoniker, das Orchestre de Paris, das Boston Symphony Orchestra, das BBC Symphony Orchestra oder das Mahler Chamber Orchestra sind nur Beispiele für die fruchtbaren künstlerischen Partnerschaften, die sich so ergeben haben. Alle haben eine Künstlerin kennen gelernt, für die nicht das Violinspiel, sondern das Musik-Erleben und Ergründen den Kern ihrer künstlerischen Arbeit ausmachen.

Isabelle Faust spielt die „Dornröschen“-Stradivari aus dem Jahr 1704, die ihr von der L-Bank Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt wird.

Konzerte mit Isabelle Faust

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