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Marc Piollet // Dirigent // Rückschau Saison 2015/16

Der 1962 in Paris geborene Dirigent Marc Piollet studierte an der Hochschule der Künste in Berlin. Meisterkurse bei John Eliot Gardiner, Michael Gielen und Kurt Masur prägten seinen Werdegang. 1995 war er alleiniger Preisträger beim Dirigentenforum des Deutschen Musikrates. Nach Stationen als Erster Kapellmeister beim Philharmonischen Staatsorchester Halle und am Staatstheater Kassel war er 2003 bis 2005 Musikdirektor an der Volksoper Wien. Von 2004 bis 2012 feierte er als Generalmusikdirektor am Hessischen Staatstheater Wiesbaden große Erfolge mit Wagners komplettem „Ring“ und Neuinszenierungen von „Don Carlos“, „Elektra“, „Falstaff“, „Faust“, „Fidelio“, „Freischütz“, „Idomeneo“, „La Bohème“, „Lohengrin“, „Lulu“, „Rosenkavalier“, „Salome“, „Simon Boccanegra“, „Tristan und Isolde“ und „Tosca“.

Gastengagements führen Marc Piollet an bedeutende Opernhäuser, darunter das Königliche Theater Kopenhagen („La Bohème“ mit Anna Netrebko als Mimi), die Opéra National de Paris („Il barbiere di Siviglia“, „Les Contes d’Hoffmann“ mit Rolando Villazón in der Titelrolle), das Staatstheater Stuttgart („Jenufa“, „Herzog Blaubarts Burg“ und „Erwartung) und die Wiener Staatsoper („Il barbiere di Siviglia“). Am Gran Teatre del Liceu in Barcelona dirigierte er „Carmen“ in einer Inszenierung von Calixto Bieito; die Produktion wurde bei Unitel Classica/C major auf DVD veröffentlicht. 2012 debütierte er an der Bayerischen Staatsoper im Rahmen der Münchner Opernfestspiele mit „Les Contes d’Hoffmann“. In der darauffolgenden Saison eröffnete er die Spielzeit am legendären Teatro Colón in Buenos Aires mit „Carmen“. Zu Beginn der Spielzeit 2013/2014 dirigierte er Dietrich Hilsdorfs vielbeachtete Neuinszenierung von „Eugen Onegin“ an der Oper Köln. Im Juni 2014 gab er sein umjubeltes Operndebüt in den USA an der Cincinnati Opera („Carmen“). An der Deutschen Oper am Rhein war er in der Saison 2014/2015 mit gleich zwei Produktionen zu erleben: „Die Zauberflöte“ und Martin Schläpfers Ballett „b.23“ mit Musik von Johannes Brahms. Darüber hinaus leitet er an der Oper Köln „Die Lustige Witwe“ und 2015 „La Bohème“ an der Wiener Volksoper, seiner früheren Wirkungsstätte.

Seit einigen Jahren verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit dem Teatro Real in Madrid. Dort gastierte er mit Massenets „Don Quichotte“ und „C(h)oeurs“, einer Produktion des belgischen Choreographen Alain Platel mit Musik von Giuseppe Verdi und Richard Wagner. Tourneegastspiele mit „C(h)oeurs“ folgten im Concertgebouw in Brügge, am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel, bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen, beim Holland Festival sowie im Festspielhaus St. Pölten. In der vergangenen Spielzeit dirigierte er am Teatro Real zwei Neuproduktionen: „L’elisir d’amore“ sowie Peter Sellars spektakuläre Inszenierung von „Tristan und Isolde“. Im Oktober 2014 kehrt er für ein Konzert mit Piotr Beczała zurück, mit dem er bereits im Juli 2014 beim Festival Castell de Peralada auftrat.

Neben seinen Opernerfolgen ist Marc Piollet auch für das symphonische Repertoire sehr gefragt und konzertiert weltweit mit renommierten Orchestern, darunter u. a. das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, das Gewandhausorchester Leipzig, das Orchestre National de Lyon, die Münchner Philharmoniker und das Tokyo Symphony Orchestra. Nach seinem gefeierten Debüt beim Orchestre Symphonique de Montréal 2011 wurde er sofort für die nächste Spielzeit wieder eingeladen und begeisterte das kanadische Publikum bei seiner Rückkehr mit der von ihm selbst zusammengestellten symphonischen Suite aus Wagners „Götterdämmerung“. 2012 leitete er im Festspielhaus Baden-Baden ein Beethoven-Programm mit Lang Lang und dem Mozarteumorchester Salzburg. Mit Annette Dasch verbindet Marc Piollet eine enge künstlerische Zusammenarbeit: 2008 erschien bei Sony eine Einspielung mit Mozart-Arien gemeinsam mit der Akademie für Alte Musik Berlin, zu erwähnen sind ebenfalls Tourneen zusammen mit dem Münchner Rundfunkorchester sowie die gemeinsame Produktion „Die Gretchenfrage“, die im September 2014 bei EuroArts auf DVD und Blu-ray erschienen ist. Im Frühjahr 2014 debütierte er in China mit dem Guangzhou Symphony Orchestra und dem China Philharmonic Orchestra. Höhepunkte der Spielzeit 2014/2015 umfassten Konzerte mit dem Berner Symphonieorchester, dem Staatsorchester Kassel und bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen.

Seit vielen Jahren engagiert sich Marc Piollet intensiv für den Orchesternachwuchs, so leitet er u. a. regelmäßig Arbeitsphasen der von ihm noch während seiner Studienzeit gegründeten Jungen Sinfonie Berlin. In seiner Amtszeit als Wiesbadener Generalmusikdirektor setzte er sich tatkräftig für die Gründung der Orchesterakademie des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden ein; seit 2010 können dort talentierte junge Musiker wertvolle Orchestererfahrungen sammeln.

Konzerte mit Marc Piollet

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