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Veranstaltungsdaten
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Konzert in Ansbach

Beethoven
Sinfonie Nr. 4

Strawinsky
Pulcinella

STRAWINSKY LOBT BEETHOVENS NÜCHTERNHEIT

Igor Strawinsky, in Sankt Petersburg von Nikolaj Rimski-Korsakow ausgebildet, fühlte sich im Zarenreich, ebenso wie in der frühen Sowjetunion, eingeschränkt in seinen künstlerischen und wohl auch persönlichen Möglichkeiten. Es zog ihn nach Paris, wo er ab 1911 mit mehreren Ballettmusiken Erfolge feierte (so 1920 mit Pulcinella), und auch in die USA reiste er schon in den 1920er-Jahren. Anders als Prokofjew, der unter Heimweh litt oder gar Schostakowitsch, für den eine Auswanderung kaum denkbar war, kehrte Strawinsky seinem Heimatland endgültig den Rücken – begraben werden wollte er bezeichnenderweise nicht etwa in Petersburg oder Moskau, sondern in Venedig. Der Weltbürger entwickelte zunächst kein gutes Verhältnis zu Beethoven. Strawinsky schrieb um 1935, er sei in frühen Jahren „mit Beethoven überfüttert“ worden, mit dessen „Weltschmerz, Tragödie und anderen Gemeinplätzen“. Diese „beklagenswerte Pädagogik“ habe ihn „auf Jahre von Beethoven abgelenkt“. Später änderte der Komponist seine Meinung; er nannte Beethoven einen „genialen Plebejer“, der „dem Schicksal in den Rachen gegriffen“ habe. Allerdings grenzte sich Strawinsky zugleich von der Sentimentalität ab, die die russische Beethoven-Rezeption noch immer prägte. Er lobte die „konstruktive Ordnungskraft“ und „Nüchternheit“, die er als seltene und schwer erreichbare Qualität pries. Kurz: Man solle Beethoven für seine Musik und nur für seine Musik verehren: „In der hohen Qualität seines Tonmaterials und nicht in der Natur seiner Ideen besteht seine wirkliche Größe“. Als Dirigent ignorierte Strawinsky die sonst am häufigsten dargebotenen Beethoven-Sinfonien mit ungeraden Nummern. Er bevorzugte die Vierte und die Achte.

 

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