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Veranstaltungsdaten
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Die Große Reihe (2) – Der Gott des Weines

Albert Roussel
Bacchus et Ariane – Suite Nr. 2 aus op. 43

Darius Milhaud
„Le bœuf sur le toit“ für Violine und Orchester

Hector Berlioz
Symphonie fantastique – Episoden aus dem Leben eines Künstlers op. 14

Der Spätburgunder. Gut für eine alte Geschichte.

Der Begriff „Önologie“ für die Wissenschaft vom Weinbau geht auf Oinopion zurück, den Sohn von Bacchus und Ariadne. Es ist also eine alte Geschichte – von Ariadne, die von Bacchus einsam auf der Insel Naxos aufgefunden und sogleich zur Frau erkoren wurde, was sehr viel später den Franzosen Albert Roussel zu einer Ballettmusik inspirierte. Roussel stammte aus dem hohen Norden seines Heimatlandes, wo man den Weinbau vergeblich sucht, und komponierte vielleicht deshalb ein Lied namens „O bon vin, où as-tu crû?” (Guter Wein, wo bist du gewachsen). Seinem Geburtsort Tourcoing noch am nächsten – in der Champagne – wächst tatsächlich der Pinot Noir, der Spätburgunder, eine der ältesten Rebsorten überhaupt, die als echte Herausforderung für den Weinbau gilt. Kapriziös und anspruchsvoll, fast möchte man sagen: eben wie Frankreich und die Franzosen. Und wie Ariadne, die bei aller Liebe zu Bacchus ihren vormaligen Helden Theseus nicht vergessen konnte. Auch nicht vergessen kann der Held der bahnbrechenden „Symphonie fantastique“ von Hector Berlioz seine krankhafte „idée fixe“. Allerdings ist sein Rausch nicht vom guten Spätburgunder, sondern vom Opium verursacht. Eine ebenso rauschhafte Fantasie ist Darius Milhauds „Le boeuf sur le toit“. Die Ballettversion des Stücks war in einer amerikanischen Bar während der Prohibition angesiedelt, aber als die groteske Geschichte sich als Namensgeber von mehr oder weniger seriösen Lokalen selbstständig machte, versuchte Milhaud dem Rausch ein Ende zu machen und entwickelte aus der Ballettmusik ein Violinkonzert. Auch musikalische Werke können eben kapriziös sein, ganz wie der mithilfe eines guten Winzers tiefste Sinnlichkeit entfaltende Spätburgunder.

 

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