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Die Große Reihe – Die Macht des Schicksals (8)

Fritz Lang/Gottfried Huppertz
KRIEMHILDS RACHE
Die Nibelungen, 2. Teil

Stummfilm von 1924 mit
Live-Musikbegleitung

Drehbuch: Thea von Harbou
Regie: Fritz Lang
Musik: Gottfried Huppertz

„Ihr kennt die deutsche Seele nicht, Herr Etzel!”

In Fritz Langs großartigem Stummfilm „Die Nibelungen”, der in den Jahren 1922 bis 1924 in den Filmstudios von Babelsberg entstand, wird die Sage einerseits zur Folie, hinter der die totale Schicksalsergebenheit Deutschlands im ersten Weltkrieg hindurch scheint. Zum anderen weist er voraus auf den noch größeren Rausch am Untergang im Kreise der Nationalsozialisten. In seiner Rede zum zehnten Jahrestag der Machtergreifung am 30. Januar 1943 im Berliner Sportpalast stellt Hermann Göring eine geradezu makabere Beziehung her zwischen dem zweiten Teil des Nibelungenliedes und den aktuellen Kriegsereignissen:

„[...] Und aus all diesen gigantischen Kämpfen ragt nun gleich einem gewaltigen, monumentalen Bau Stalingrad, der Kampf um Stalingrad heraus. Es wird dies einmal der größte Heroenkampf gewesen sein, der sich jemals in unserer Geschichte abgespielt hat. [...] — wir kennen ein gewaltiges, heroisches Lied von einem Kampf ohnegleichen, das hieß ‚Der Kampf der Nibelungen’. Auch sie standen in einer Halle von Feuer und Brand und löschten den Durst mit dem eigenen Blut — aber kämpften und kämpften bis zum letzten. Ein solcher Kampf tobt heute dort, und jeder Deutsche noch in tausend Jahren muß mit heiligen Schauern das Wort Stalingrad aussprechen und sich erinnern, daß dort Deutschland letzten Endes doch den Stempel zum Endsieg gesetzt hat! [...] Und dieses Opfer, meine Kameraden, ist ja etwas, das von jedem von euch zu jeder Stunde und an jedem Ort ebenfalls gefordert werden kann.”

Siegfried, der deutsche Sagenheld, ist tot. Hagens Speer hat ihn rücklings getroffen. Kriemhild, Siegfrieds Witwe, schwört Rache. Sie nimmt das Werben König Etzels an. Im Land des Hunnenkönigs schmiedet Kriemhild einen teuflischen Plan. Sie lädt ihre Brüder zu einem Besuch in der Burg Etzels ein. Dort sollen sie für den Mord an Siegfried bezahlen. „Blut schreit nach Blut!”, heißt es in der filmischen Umsetzung des Mythos von Fritz Lang. Obwohl sie wissen, dass ihnen der Untergang bevorsteht, rücken die Herren von Burgund mit einer großen Schar bewaffneter Nibelungenkrieger an, darunter auch Hagen von Tronje.

Es kommt zu einem fürchterlichen Gemetzel. Am Ende sind die deutschen Krieger in der Halle von Etzels Burg gefangen. Im Auftrag Kriemhilds fordert der Hunnenkönig den Kopf Hagens, andernfalls werde er die Gefangenen allesamt durch Feuer vernichten. Diese aber lehnen es ab, ihr Leben durch Preisgabe des Kampfgenossen zu retten. Dietrich von Bern erwidert dem Hunnen: „Ihr kennt die deutsche Seele nicht, Herr Etzel!” Der Eid, der sie mit Hagen verbindet, zwingt die Nibelungen in den gemeinsamen Untergang: „Treue, die an Eisen nicht zerbrach, schmilzt auch nicht im Feuer, Hagen Tronje!”

 

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