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  • Vladimir Fedoseyev
Veranstaltungsdaten
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Die Große Reihe – Die Macht des Schicksals (5)

Christoph Willibald Gluck
Ouvertüre zur Oper „Orfeo ed Euridice”

Ludwig van Beethoven
Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58

Sergej Rachmaninoff
Sinfonische Tänze op. 45

Ach, ich habe sie verloren / All mein Glück ist nun dahin!

So klagt Orpheus in Christoph Willibald Glucks Oper um seine Eurydike. Er klagt so schön, dass er eine sagenhafte Chance bekommt und den Versuch unternehmen darf, die Geliebte zu den Lebenden zurückzuholen. Allein, es funktioniert nicht, unversehens wird die gemeinsame Rückkehr ans Licht zur Beziehungskrise, und Orpheus kann die Bedingung, Eurydike keinesfalls anzuschauen, nicht einhalten. Göttliche Willkür oder Schicksal? Wie dem auch sei: Gluck und sein „Orfeo” wurden zu den Pionieren der Reformoper, und dass dieser Reform ausgerechnet die uralten, antiken Mythen dienstbar gemacht wurden, ist eine bemerkenswerte Fußnote der Operngeschichte.

Ein Reformer war auch Ludwig van Beethoven. Mit der Oper hatte er zwar wenig Fortüne, aber Sinfonie, Streichquartett und Klavierkonzert führte er zu ungeahnten Höhen. Sein viertes Klavierkonzert erweitert die Ausdrucksmöglichkeiten enorm, geht vom puren Virtuosentum über zu musikalisch stringenter Gestaltung mit sinfonischen Prinzipien. Das „gewisse Etwas” dieses Werkes wird durch eine angebliche Absicht Beethovens, die – wenn sie nicht wahr sein sollte – doch gut erfunden ist. Freunde des Komponisten haben nämlich berichtet, Beethoven habe sich zum zweiten Satz, einem Andante mit überraschend harschen Kontrasten, vom Schicksal des Orpheus anregen lassen. Das Orchester stehe für die finsteren Mächte der Unterwelt, die das Klavier in der Rolle des Orpheus mit innigem Legato zu überwinden suche. Die hohe Spannung dieses Satzes kann man aber auch innermusikalisch deuten, als Einfluss sinfonischen Denkens auf die bis dahin eher geradlinige Gattung des Klavierkonzerts. Nicht umsonst hatte Beethoven zur gleichen Zeit, 1805/06, seine Sinfonien Nr. 5 und 6 im Sinn, die im gleichen Konzert wie das vierte Klavierkonzert uraufgeführt wurden. Was für ein Abend muss das gewesen sein!

Am Ende seines Lebens ließ Sergej Rachmaninoff viel Persönliches in sein letztes Werk, die drei Sinfonischen Tänze, einfließen. Ein biografisches „Programm” spricht durch die Zitate: Ein Ausschnitt aus der ersten Sinfonie, deren Misserfolg den Komponisten tief deprimierte, das von Rachmaninoff immer wieder verwendete, liturgische Dies-irae-Motiv und die Überwindung dieser Anspielung auf das Jüngste Gericht durch ein frohes „Alleluja” könnten schicksalhafte Wendepunkte im wechselhaften Leben des Komponisten markieren. Jedenfalls war Rachmaninoff, der in seinen verbleibenden drei Lebensjahren den Sinfonischen Tänzen keine neuen Werke mehr folgen ließ, davon überzeugt, dass diese seine besten Schöpfungen seien.

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Einführung in die Spielzeit 2011/12 (2)

La Forza del Destino, eine Probe der Stuttgarter Philharmoniker, Leitung: Gabriel Feltz.

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