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  • Daniel Müller-Schott
Veranstaltungsdaten
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Die Große Reihe – Die Macht des Schicksals (3)

Joseph Haydn
Cellokonzert Nr. 1 C-Dur Hob. VIIb:1

Paul Dessau
Bach-Variationen für großes Orchester

Richard Strauss
Don Quixote
Phantastische Variationen über ein Thema ritterlichen Charakters op. 35

Was die Leute gemeiniglich als Schicksal nennen, sind meistens nur ihre eigenen dummen Streiche.

Beim Vergleich von Joseph Haydn und Richard Strauss erkennt man als Gemeinsamkeit, dass es das Schicksal im Großen und Ganzen gut mit ihnen gemeint hat. Zwar gingen sie aus Loyalitätskonflikten mit den jeweiligen Machthabern nicht immer gestärkt hervor, aber sie starben als wohlhabende, weithin berühmte Männer. Als praktische Musiker, auch als Dirigenten bewährt, wussten sie, wie man „es” macht – und beide werden sie auch aus diesem Grund oft als Leichtgewichte verkannt. Eng befreundet war Haydn am Hof des Fürsten Esterházy mit dem Cellisten Joseph Weigl, für den er wohl sein erstes Cellokonzert schrieb. Das anspruchsvolle Werk galt lange als verschollen und wurde erst 1961 zufällig im Prager Nationalmuseum entdeckt.

So wie Haydn als Erfinder von Sinfonie und Streichquartett geehrt wird, könnte man Strauss – gemeinsam mit Franz Liszt – den Urheber der Sinfonischen Dichtung nennen, mit der die Komponisten der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert die traditionelle Sinfonie zugleich bewahrten und überwanden. „Don Quixote” von 1897 steht etwa in der Mitte einer beeindruckenden Folge von Strauss-Werken in dieser Gattung, und auch hier spielt das Cello eine wichtige, nämlich die Titelrolle. Der Ritter von der traurigen Gestalt wird durch dieses Instrument dargestellt und sein wechselhaftes Schicksal in eine Reihe von musikalischen Variationen gefasst. Immerhin endet die Folge von tollen Episoden halbwegs glücklich: „Finale. Sehr ruhig. Wieder zur Besinnung gekommen”.

1951 bekam die DDR, auch hierin dem großen Vorbild Sowjetunion getreulich folgend, ihre Formalismusdebatte. Anlass zur Wiederholung der Auseinandersetzungen um Schostakowitsch und andere war ein Opernprojekt Paul Dessaus nach Bertolt Brecht, „Die Verurteilung des Lukullus”. Zwar wurde das Werk mit einigen Veränderungen doch noch aufgeführt, aber Dessau, der überzeugte Sozialist, war beschädigt. Seine Kunst in Kontrapunkt und Klangfarben entfaltet der Komponist locker in den 1963 entstandenen Bach-Variationen, mit denen er den Altmeister Johann Sebastian und dessen Sohn Carl Philipp Emanuel, beide auf einen Streich, ehrt.

 

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