Hilfsnavigation: Sprung…
Bernd Glemser // Klavier // Rückschau Saison 2013/14

Eine erfreuliche, aber dennoch kuriose Geschichte trug sich 1989 zu: Es erfolgte nämlich die Berufung des jungen Pianisten zum damals jüngsten Professor Deutschlands. Bernd Glemser, der noch selbst immer Student beim russischen Pädagogen Vitalji Margulis war, musste daher als Student der Musikhochschule in Freiburg exmatrikuliert werden, erhielt jedoch den tröstlichen Bescheid, seine noch ausstehenden Examina innerhalb von 2 Jahren ablegen zu dürfen.

Eine der wenigen Gelegenheiten international zu konzertieren - vor allem mit Orchester - findet ein Klavierstudent fast ausschließlich bei Wettbewerben. So fuhr der junge Pianist bis 1987 durch die ganze Welt und brach unbewusst einen Rekord, der seit 1890 einsam zu Buche steht: Er gewann 17 Wettbewerbe und Spezialpreise in Folge. „So konnte ich mir von den Preisgeldern doch meinen ersten Flügel kaufen“.

Mit einer außergewöhnlichen Bandbreite des Repertoires, das vom Barock bis zur Moderne reicht, zählt Bernd Glemser heute zur internationalen Pianistenelite. Die leidenschaftliche Virtuosität seines Spiels - gepaart mit geistvoller Eleganz - fasziniert das Publikum inzwischen von Chile bis China, wo er 1996 als erster Künstler aus dem Westen live im Fernsehen spielte („natürlich” das 1. Klavierkonzert von Tschaikowski). Die bisher erschienenen 33 CD-Aufnahmen erhielten fast ausnahmslos Auszeichnungen durch die Fachpresse, so zuletzt die Einspielung der 4 Scherzi und Balladen von Chopin „Recording of the Month February 2011“ durch Robert Cummings (GB, USA, AUS, NZ). Die nächste CD-Aufnahme wird einige der bedeutendsten Klavierwerke von Franz Liszt beinhalten. Mit der Sonate h-Moll steht ein Werk an, welches Bernd Glemser seit Jahrzehnten eine zentrale musikalische Aussage und inhaltliche Offenbarung bedeutet.

Jährlich 15-20 weltweite Radioübertragungen und Fernsehaufnahmen von Konzerten mit großen Dirigenten, wie z.B. Herbert Blomstedt, Riccardo Chailly, Welser-Möst, Myung Whun-Chung. Dimitri Kitajenko, Osmo Vänskä oder Wolfgang Sawallisch bestätigen Glemsers Ausnahmerang.

Eine große Affinität empfindet der Pianist für das Werk von Sergej Rachmaninoff. So scheint es fast folgerichtig, dass Bernd Glemser von Wolfgang Sawallisch nach Philadelphia eingeladen wurde, um Rachmaninoffs 3. Klavierkonzert zu spielen. Das Orchester, das schon dem Komponisten zu dessen eigenen Schallplatten-Aufnahmen zur Seite stand, feierte seinen 100. Geburtstag. Hollywood, mit der gleichen „Vorliebe“, hat im neuen Film „Spiderman 3” dessen 2. Konzert in Ausschnitten von Bernd Glemser spielen lassen.

Zusätzlich zu seinen vielen Auszeichnungen erhielt Bernd Glemser 1992 den „Andor Foldes Preis“ und 1993 in Zürich den „Europäischen Pianisten-Preis“. Im November 2006 ist ihm der Kunstpreis der Stadt Würzburg überreicht worden. 2003 erfolgte - durch den (damaligen) Bundespräsidenten Rau - die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes.

---
http://www.stuttgarter-philharmoniker.de/1005 | Ausdruck vom: 18.10.2017 01:58

Geschäftsstelle der Stuttgarter Philharmoniker
Gustav-Siegle-Haus, Leonhardsplatz 28
70182 Stuttgart

T: 0711 216 - 88 993 (Zentrale)
T: 0711 216 - 88 990 (Karten und Abonnements)
F: 0711 216 - 88 991

E: Bitte aktivieren Sie JavaScript!
www.stuttgarter-philharmoniker.de

Logo BW und Stadt Stuttgart