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Ivo Pogorelich // Klavier // Rückschau Saison 2013/14

Geboren in Belgrad im Jahre 1958 als Sohn eines Kontrabassisten, erhielt Ivo Pogorelich mit sieben Jahren seinen ersten Klavierunterricht und setzte im Alter von zwölf sein musikalisches Studium an der Zentralen Musikschule in Moskau und sodann am Tschaikowsky-Konservatorium in St. Petersburg fort. Nach fünf Jahren aber wechselte er zu Aliza Kezeradze, einer Pianistin und Pädagogin, die ihm eine völlig neue musikalische Welt eröffnen sollte und die er 1980 heiratete. Beide verband eine langjährige professionelle Zusammenarbeit bis zu Aliza Kezeradzes frühzeitigem Tod im Jahr 1996. Madame Kezeradze vermochte es, Ivo Pogorelich den Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts blühenden, in Wien wurzelnden und bis nach St. Petersburg reichenden Geist der Schule Beethovens und Liszts zu überliefern.

Bereits 1978 gewann Ivo Pogorelich den 1. Preis beim Alessandro-Casagrande-Wettbewerb in Terni (Italien) und ging zwei Jahre später als erster Preisträger des Internationalen Musikwettbewerbs in Montreal hervor. Doch es war ein anderer Wettbewerb, der ihn 1980 auf spektakuläre Weise über Nacht weltberühmt machte: Beim internationalen Chopin-Wettbewerb im Oktober 1980 in Warschau war es ihm nicht gestattet, in der Schlussrunde als Solist mit Orchester aufzutreten, woraufhin das damalige Jury-Mitglied Martha Argerich gefolgt von weiteren Mitgliedern der Jury den Wettbewerb nach heftigen Kontroversen unter Protest mit den Worten „Er ist ein Genie !“ verließ. Dies verhalf Ivo Pogorelich zu größerer Bekanntheit als der Gewinn des begehrten Preises es jemals vermocht hätte.

Nach seinem triumphalen Debüt Recital an der New Yorker Carnegie Hall im Jahre 1981 glänzte Ivo Pogorelich mit sensationellen Auftritten in den bedeutendsten Konzertsälen in den USA sowie auf vier Kontinenten. Einladungen von Ausnahme-Orchestern wie den Berliner und Wiener Philharmonikern, allen großen Londoner Orchestern, den Symphonieorchestern von Chicago, Boston, Philadelphia und Los Angeles , des New York Phiharmonic Orchestra und vielen anderen namhaften Klangkörpern führten Ivo Pogorelich in die Musikmetropolen dieser Welt.

Wo und wann auch immer er konzertiert, seine atemberaubenden Interpretationen bestätigen die Originalität seines Talents und seines Intellekts. Die New York Times verglich Ivo Pogorelich mit Horowitz und schrieb: „Er spielte jede Note ganz exakt, mit einem solchen Gefühl, mit so viel Ausdruck. Er war ein ganzes Orchester. Er spielte, als ob er seiner Zeit um 200 Jahre voraus sei.“ Diesem Sinne verpflichtet gilt Ivo Pogorelich heute als Klangpoet der Gegensätze und genießt einen Status, den viele als legendär erachten.

Ivo Pogorelich gastiert beständig in den Musikzentren Europas wie Nordamerikas und musiziert mit international anerkannten Orchestern und Dirigenten. Konzerttourneen führen ihn regelmäßig nach Südamerika, Taiwan, Südkorea, Japan und China. In der Saison 2012/13 hat Ivo Pogorelich neben zahlreichen Soloauftritten eine vom Publikum enthusiastisch aufgenommene Konzertreise mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France unter dem Dirigat von Myung-Whun Chung mit Auftritten in Paris, Dortmund, Luxemburg, Innsbruck und Berlin unternommen.

Neben seinen umfangreichen Konzertverpflichtungen widmet Ivo Pogorelich viel Zeit der Förderung und Ausbildung von jungen Künstlern. In seinem Heimatland Kroatien rief er 1986 eine Stiftung ins Leben, die jungen talentierten Musikern mittels Stipendien ermöglichen sollte, ihr Studium im Ausland fortzusetzen. Im Kurort Bad Wörishofen gründete Ivo Pogorelich ein Festival, das über ein Jahrzehnt bestand und vielen jungen vielversprechenden Künstlern den Weg in ihre Karriere ebnete, indem ihnen die Gelegenheit zum gemeinsamen Musizieren mit ihren bereits berühmten Kollegen geboten wurde. Im Jahre 1993 fand im kalifornischen Pasadena die Ivo Pogorelich Competition statt. In Lugano, wo Ivo Pogorelich lebt, werden im Zweijahres-Rhythmus Konzerte zur Förderung junger Künstler veranstaltet.

1994 gründete Ivo Pogorelich die Sarajevo Charitable Foundation, deren Erlöse dem Aufbau eines Mutter-Kind-Hospitals und anderen humanitären Projekten in Bosnien zugute kamen. Mit Benefizkonzerten unterstützt Ivo Pogorelich u. a. Institutionen wie z. B. das Rote Kreuz oder Einrichtungen gegen den Kampf schwerer Krankheiten wie Krebs und Multiple Sklerose. Gelegentlich gibt er jungen Künstlern Meisterkurse. Im Jahre 1987 wurde Ivo Pogorelich von der UNESCO zum „Ambassadeur de la bonne volonté“ ernannt – eine Auszeichnung, die vor ihm keinem klassischen Musiker zuteil wurde.

Ivo Pogorelich hat eine beeindruckende Anzahl an CDs bei der Deutschen Grammophon Gesellschaft eingespielt, mit einem Repertoire, das vom Barock über die Klassik und Romantik bis ins 20. Jahrhundert reicht.

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